| 14.08.2011 |
| Schwimmer trotzen Kälte und Regen |
| Spektakel: 18 Teilnehmer
nehmen es mit Lahn auf Regen liegt in der Luft. Der Himmel zeigt sich im einheitlichen Grau, und auch die Lahn lädt nicht gerade zu einem Besuch im Wasser ein. Nichtsdestotrotz hat sich eine Gruppe von hartgesottenen Schwimmern am Wehr in Dausenau versammelt, um beim traditionellen Stromschwimmen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Bad Ems mitzumachen. Während die Sportler am Wehr sich moralisch auf die kühle und nasse Erfahrung vorbereiten, bahnen sich auch in der entgegengesetzten Richtung am Vereinsheim der DLRG auf der Insel Silberau Aktivitäten an. Die Schlauchboote werden dort zum Einsatz fertiggemacht und zu Wasser gelassen. Schließlich sollen die Schwimmer sicher begleitet werden, damit im Notfall schnell Hilfe geleistet werden kann. Die beiden Bootsführer Wolfgang Schmidt und Ralf Dittrich werfen die Außenmotoren an und machen sich auf den Weg ans Dausenauer Wehr. Dort haben sich die Teilnehmer inzwischen ein Herz gefasst und sich in die Fluten gestürzt. Zur Wassertemperatur herrschen unterschiedliche Meinungen. "Angenehm", kommentiert Rita Keul und setzt sich mit kräftigen Zügen an die Spitze des Pulks. "Kalt!", tönt es dagegen von hinten aus dem Hauptfeld. "Die Wassertemperatur liegt bei ungefähr 18 Grad", erklärt Wolfgang Schmidt im Begleitboot. Die Wassersportler schwimmen ohne Hilfsmittel. "Wir verzichten auf Neoprenanzüge und auch auf Flossen. Dadurch wird die Veranstaltung zu einem wirklich hautnahen Erlebnis", erläutert Ralf Dittrich. Begleitet von den beiden Sicherungsbooten der DLRG und einem Rettungsboot der Freiwilligen Feuerwehr Bad Ems, pflügen die Teilnehmer durch das kühle Nass und arbeiten sich in bester Laune flussabwärts. Hier und da wird der Mut des Schwimmteams von Zaungästen bestaunt. Die Gruppe nähert sich mittlerweile der Einstiegsstelle am Ruderhaus für die kurze Strecke. Die Schwimmer können zwischen einer 3,5 und einer 1,5 Kilometer langen Strecke wählen. "Wer welche Strecke schwimmt, hängt auch vom Alter und den Fähigkeiten der Person ab", erklärt Dittrich. Auch am Steg am Ruderhaus warten bereits mehrere wagemutige Schwimmer – vor allem Kinder. Unter ihnen ist auch die neunjährige Sina Fuchs. Zwar nimmt sie nicht zum ersten Mal am Stromschwimmen teil, nervös ist sie trotzdem ein bisschen: "Vor allem wegen der Kälte bin ich aufgeregt. Und wegen der Fische", erklärt die jüngste Schwimmern. Auch Nadine Wilbert und Johanna Reichert, zwölf und elf Jahre, sind ein wenig angespannt. "Ich hoffe, der drei Meter lange Barsch hält sich von uns fern", wünscht sich Nadine Wilbert, die zusammen mit ihrer Schwester Isabelle mitmacht. Nur der 13-jährige Aaron Reichert zeigt sich von der Aufgabe gänzlich unbeeindruckt. Die jungen Wasserratten beweisen, dass sie den Erwachsenen in nichts nachstehen. Zusammen mit den Teilnehmern der langen Strecke nehmen sie die letzte Etappe in Angriff. Ohne Zwischenfälle wird nach rund 90 Minuten die Ausstiegsstelle erreicht. "Das hat schon länger gedauert als normal", berichtet Mario Wilhelm, "wir sind es heute gemütlicher angegangen." Die erschöpften, aber zufriedenen Schwimmer werden von der Feuerwehr in Empfang genommen und für eine heiße Dusche zum "Hasenkümpel" gefahren. Anmerkung der DLRG Bad Ems: Wir danken der Feuerwehr Bad Ems für den Shuttledienst und der Stadt Bad Ems für die Nutzung der Duschen am Hasenkümpel. |
| Bericht: Susanne Schneider (Rhein-Lahn-Zeitung vom 17.08.2011 |